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deutsches fernsehen

 
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marlene
Guest





Post Post subject: deutsches fernsehen
Posted: 13.01.2005 (Thu) 22:51 
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seit längerer zeit beschäftigt mich der gedanke, gegen die aktuellen entwicklungen im fernsehen einmal stellung zu beziehen.
und zwar von der zuschauerseite. wäre es z.B. möglich, zuschauer zu vereinen, die eben nicht die sendungen bevorzugen, die leider immer durch einschaltquoten gerechtfertigt werden? was wäre, wenn in diesen haushalten mehr geräte stehen würden, anhand derer die quoten berechnet werden?
oder wie wäre es, einen forderungskatalog zu erstellen, der sich z.B. gegen immer mehr um sich greifende unsitten und geschmacklosigkeiten wie abspann wegfallen oder schneller laufen lassen, telefonsexwerbung während alfred hitchcocks "frenzy" und ähnliches richtet? ein katalog für den man sich dann als befürworter im internet eintragen könnte...

und dann hat sich mir eine ganz andere frage aufgedrängt: es gibt doch auch verbände etc. für berufe in der medienbranche und was das beispiel mit dem abspann betrifft, müßte es doch auch von der seite widerspruch geben. warum gibt es von dieser seite eigentlich keine bemühungen? oder gibt es die?
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BurninLeo
Site Admin


Joined: 21 Sep 2004
Posts: 219
Location: München

Post Post subject: Fernsehboykott
Posted: 15.01.2005 (Sat) 18:32 
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Hi Marlene!

Grundsätzlich sind es schöne Gedanken, die du da anregst - leider vergebens. Zunächst einmal fehlt natürlich ein Druckmittel, um die Fernsehanstalten rechtlich oder sonstwie zu belangen.

Die Anregung zu einer größeren Stichprobe für das GfK-Panel ist zwar sinnvoll. Aber ich befürchte, dass die Einschaltquoten keine statistische Verzerrung sind. Ich studiere Kommunikationswissenschaft und wir beschäftigen und zu einem sehr großen Teil tatsächlich damit, was Leute schauen und warum:

Immer mehr Personen schauen Fernsehen nicht, die lassen es nebenbei laufen. Damit wird es völlig egal, was läuft, Hauptsache es ist eine entspannende Geräuschkulisse vorhanden. WAS im Fernsehen kommt wird - und das zeigt sich am Programm - für die Einschaltquoten immer unwichtiger. Das gilt natürlich nicht vor allem für den Nachmittag - beim Spielfilm am Samstag sieht es anders aus.

Man kann sich nun folgenden Teufelskreis vorstellen (ich behaupte auf keinen Fall, dass das empirisch abgesichert wäre):

Arrow Das Programm wird schlechter, weil an allen Enden gespart wird und weil immer mehr Geld versumpft

Arrow Die Leute sehen dass das Programm schlecht ist und schenken dem Fernsehen weniger Aufmerksamkeit bzw. sehen das Fernsehen mehr als Dudelkiste.

Arrow Die Qualität des Programm tritt beim Einschalten in den Hintergrund. Das Programm wird eingeschalten, weil man die Personen kennt (z.B. "Barbara Salesch") und deren Stimme als Gedudel angenehm empfindet.

Arrow Es ist für die Sender egal, was läuft - also kann noch mehr eingespart werden (hier schließt sich der Kreis)


Und hinzu kommt eine langfristige Wirkung:

Arrow Drehbuchautoren und gute Produzenten können nicht mehr leben. Die deutschen Produktionskapazitäten werden abgebaut.

Arrow Es werden mehr ausländische Produktionen eingekauft, weil es nicht wirtschaftlich ist, wenig zu produzieren. Dann lieber gar nichts und dafür zukaufen

Arrow Die Zuschauer gewöhnen sich an eine andere Erzähl- und Darstellungskultur - das deutsche Fernsehen ist nicht mehr attraktiv.


Zugegeben: Das ganze ist etwas überspitzt dargestellt - aber sind wir davon wirklich soweit entfernt?
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marlene
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Post Post subject:
Posted: 16.01.2005 (Sun) 20:43 
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daß es nicht sehr realistisch ist, daß solche aktionen zu erfolg führen, ist mir klar. es geht darum mal ein zeichen zu setzen. zu zeigen, daß es trotz der einschaltquoten (die !achtung halbwissen! wie ich mal gelesen habe, immer noch im zweifel stehen, ob sie überhaupt repräsentativ sind?) anspruchsvolle, interessierte zuschauer gibt, die mit dem trend nicht einverstanden sind.
auch ich kenne diese gewohnheit fernsehen im hintergrund. aber inzwischen lege ich lieber wieder mal musik auf beim abwasch. den fernseher schalte ich inzwischen jedenfalls immer seltener ein- und nachmittags schon gar nicht.

außerdem verstehe ich nicht, warum billig produzieren immer mit schlechter qualität zusammenhängt? inhaltlich meine ich. wieso müssen es immer sex & crime sein?
und wieso gibt es bei filmen überhaupt noch eine altersbeschränkung, wenn um 17 uhr schon sexualstraftaten von laiendarstellern gemimt werden? wieso rührt sich nirgends was?
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BurninLeo
Site Admin


Joined: 21 Sep 2004
Posts: 219
Location: München

Post Post subject: Aktion
Posted: 17.01.2005 (Mon) 20:37 
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Arrow Einschaltquoten
Was die Zuverlässigkeit der Einschaltquoten angeht können wir etwa (Schätzwert) von einem Fehler bis zu 20% ausgehen. Viel mehr dürfte beim "üblichen" Programm nicht drin sein.

Arrow Anspruchsvolle Zuschauer
Was die anspruchsvollen Zuschauer angeht: Ich befürchte, die meisten haben weder Zeit für weiteres Engagement noch genug Zeit zum ausgiebigen Fernsehen.

Es dürfte nachweisbar sein, dass speziell Personen aus höheren sozialen Schichten (bessere Bildung - eher mehr Kontakt zu Kultur) lieber anspruchsvollere Filme sehen wollen. Und genau diese Personen sind mit ihrem Beruf in der Regel ganz gut ausgelastet. Daraus folgt, dass sie zwar eine sehr interessante Zielgruppe für Werbung ausmachen, aber nicht genug fernsehen (eben nur gelegentlich Abends), um die Einschaltquoten signifikant zu beeinflussen. Du musst ja nur mal in die Werbung zwischen dem Junk-Programm schauen: Da werden Klingeltöne beworben - keine Autos.

Naja - und dazu kommt, dass viele der anspruchsvollen Seher dem Fernsehen wohl den Rücken zugewandt haben. Und das gelegentlich Einschalten (falls mal was Gutes kommt, man Zeit hat und es mitbekommt) fällten den Fernsehbossen wohl nicht auf.


Arrow Mein Fazit:
1. Die Privatsender interessiert (ganz legitim) nur das Geld
2. Es gibt nur wenige anspruchsvolle Seher. Dass es sich auch lohnt, denen etwas zu bieten zeigt Premiere (die endlich nach vielen Jahren Gewinn einfahren - allerdings vor allem wegen dem Sportprogramm)
3. Zu wenige Menschen machen sich überhaupt Gedanken um das Fernsehprogramm (aus mangelnder Zeit oder zu wenig Interesse)
4. Man sollte es trotzdem versuchen - eine konkrete Idee?


Arrow Was die billigen und trotzdem guten Produktionen angeht:
- Zum einen werden seichte Drehbücher benötigt (vgl. Nebenbei-Fernsehen). Damit werden quasi optimal die Bedürfnisse der entsprechenden Zielgruppe erfüllt.
- Wenn man für ein Drehbuch nur noch Groschen bekommt, dann kann man zwangsläufig nicht mehr viel Zeit dafür auswänden. Man muss ja von irgendwas leben.
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E.Scale-S
Guest





Post Post subject: Deutsches Fernsehen
Posted: 12.02.2005 (Sat) 00:52 
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Hallo Filmfreunde
Dieses Problem betrifft nicht nur das "Deutsche Fernsehen", sondern auch die meisten anderen Sender in allen Ländern. Ich dachte, ich stehe mit meiner Meinung alleine da, dass mein TV zuhause kein Fern-SEHER mehr, eher eine Quasselkiste, ein Backgroundsound-Verteiler ist. Wir haben längst begonnen, nur noch die Tagesaktualitäten direkt anzusehen und ALLES ANDERE was interessiert, wird notiert und auf - wie altmodisch! - vorprogrammiert auf Bänder gespeichert und genau bezeichnet. Dazu sind zwei Bandgeräte notwendig - und es klappt vorzüglich. So sehen wir wirklich das, was uns interessiert und das übrige entfällt, wie auch die nerventötende Werbung, die dann im Schnellgang Laughing durchgespult wird.
E.Scale
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Guest






Post Post subject:
Posted: 25.02.2005 (Fri) 18:34 
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Apropos Werbung im Schnellvorlauf...

Es bleibt abzuwarten, wie lange sich Fernsehen noch per Werbung finanzieren lässt. Die neuen digitalen Videorecorder mit Timeshifting sind ein wahrer Segen: Programm um viertel nach Acht auf Pause schalten - und ab viertel vor Neun kann man gemütlich Gucken und jede Werbung elegenat überspringen...

Aber zum Glück gibt es Digital Rights Management. Zusammen mit dem Fernsehen der Zukunft (also digitale Ausstrahlung über Satellit, Kaberl und Terrestrisch - nur kein Analog mehr!!!) lässt es sich da doch sicher einbauen, das störende Timeshifting zu sperren. Oder man muss eine bestimmte Menge Werbun laufen lassen, um eine gewisse zeit Programm sehen zu dürften!

Letzteres erinnert mich irgendwie an etwas - ach ja ... so ähnlich war das doch schonmal vor vielen Jahr, wenn meine Mama nicht wollte, dass ich ständig fernsehen. Recht hatte sie damals Wink
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Gilbert
Guest





Post Post subject: Qualitästabnahme und Quotenjagd
Posted: 26.02.2005 (Sat) 20:41 
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Das Fernsehen hat in den letzten Jahren eine gehörige Entwicklung erlebt.
Das deutsche Fernsehen dabei insbesondere.

Leider hat sich das Fernsehen in Deutschland zur Quotenjagd entwickelt.
Es geht nicht um Informations/Wissens-Vermittlung , Unterhaltung, sondern nur noch um Werbeeinnahmen. Sender die einen Auftrag zu erfüllen haben müssen sich gegen aufreisseriche Sendeformate bewären. Was jedoch schwierig ist, liegt es doch in der Nature des Menschen gerne Angeregt zu werden. Bis zur Angstmacherei.

Wenn ein Sender also Profit aussschütten muss, dann geht es nur über Angebot und Nachfrage.

Ich lebe in Luxemburg und konnte die Entwicklung des Fernsehens von Belgien, Frankreich, Italien, teilweise der Niederlanden und Deutschland miterleben. Da wir all diese Programme hier empfangen und das schon in Zeiten wo es nur die ARD, das ZDF und das Dritte gab.

Das Fernsehen ist das Spiegelbild der Mentalität der Leute dieser Länder.
Geändert hat sich das Fernsehen in Deutschland mit dem erscheinen von RTL
Das Ende der Starrheit, der Perfektion. Tabus wurden gebrochen. Mehr Ameriikanische Serien, Spielfilme. Es war das Kontrastprogramm schlecht hin.
Danach gleicht RTL seine Sendeformaten den Amerikaischen an.
So auch die Werbeunterbrechung die weiter zunimmt. Aber man nimmt es jo in Kauf, wenigstens kostet dieses Fernsehen nichts.

Bei den Belgien und Franzosen gibt es auch 3 Staatliche Programme. Hier werden auch hochwertige Programme selbst erstellt. Und das ohne GEZ-Gebühren.

Bei den Belgiern sowie Franzosen wird jedoch bei den Nachrichten Internationales , nationales und Regionales berichtet. In Deutschland muss man die Dritten dazu einschalten.

Da es weniger Kanäle gibt, gibt es auch weniger Blockbuster so kommt es oft vor dass dei gleiche Film drei Tage später auf einem anderen Kanal läuft. Aber wenigstens gibt es nur 2 mal Werbung von nicht einmal 3 Minuten.

RTL ist in all diesen Ländern präsent, mit lokalen Sendern und Nationalen so dass 2 bis 3 RTL Kanäle bestehen. Jedoch hat sich RTL nur in Deutschland (abgesehen von den Niederlanden) so behaupten können !

Vor 10 Jahren haben wir uns kaputgelacht wenn im Amerikanischen Fernsehen Quizfragen gestellt wurde, die ein 3 Jähriger beantworten könnte. Heute werden am Anschluss der Sendungen genauso irrsinnige Fragen gestellt.
Aber solange Leute anrufen ! Die Emrikaner sind nicht blöder als wir.

Die Globalisierung also auch im Fernsehen. Es geht schon so weit dass die Sender untereinander das Format klauen 1:1

Meine Lösung : ein Videoserver der per EPG die Sendungen aufzeichnet die mcih Intereressieren. Nur leider gibt es hier die Eierliegendewollmilchsau auch nicht.
Da ich micht mehr meiner Familie widme und mehr Zeit mit meinem Sohn verbringe, bleibt mir nicht mehr viel Zeit zum Fernsehen.

P.S. Es gibt auch einen Unterschied in der Werbekultur. Ich würde mir lieber 15 min Französische Werbung ansehen wie 15 min Deutsche Werbung (Wie bei Wer mit dem Wolf tanzt). Bei den Franzosen läuft auch nicht die gleiche Werbung ein halbes Jahr.
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TLT



Joined: 25 Dec 2004
Posts: 9
Location: München

Post Post subject:
Posted: 04.03.2005 (Fri) 13:54 
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Liebe Kollegen,

ich stimme Euch allen weitestgehend zu!
Ich möchte aber vielleicht ein paar Dinge relativieren und positives am deutschen Privatfernsehen - das ist ja hier das größte Problem - finden:

Die Werbung ermöglicht erst das kostenlose Privatfernsehen. So akzeptiere ich sie und habe mich sogar an die Werbepausen während der Spielfilme gewöhnt. Grundsätzlich finde ich die 3 Unterbrechungen à paar Minuten in Ordnung. Natürlich könnte die Werbung aber abwechslungsreicher und cleverer sein, ganz so wie es ein anderer Kollege zuvor von der französischen Werbung berichtet hat.
Eine Vergewaltigung am Zuschauer stellen aber tatsächlich die Klingelton-Werbungen und diese Telefon-Abzocke dar! Ich sehe das als Entwicklung wie sie die schlechte wirtschaftliche Lage der Sender hervorgebracht hat. Irgendwann wird es den Sendern wieder gut gehen und man könnte meinen, dass sich dann so etwas reduzieren ließe. Die Kapitalisten an den Schaltknüppeln werden aber mit ziemlicher Sicherheit diese Geldquellen solange nicht abschalten, wie sie Erfolg haben.
Es ist hier nur zu hoffen, dass irgendwann einmal der Trend bei den Teenagern einsetzt, Klingeltöne uncool zu halten. Die Telefon-Abzocke dürfte aber weiterhin andauern, denn auch in Zukunft wird es bemittleidenswerte, da einsame Menschen geben, die in später Nacht bei den Spielen mitmachen, weil sie vom großen Geld träumen oder einfach nur Gesellschaft wollen. Solange diese "Shows" erst nach 1h kommen, sind sie mir auch eigentlich egal. Zumindest haben die Shows doch diese billigen Sex-Telefon-Gesperrt aus dem Programm geschmissen oder in noch spätere Zeiten verdrängt.
Scheußlich ist auch, was wir uns inzwischen an Werbeeinblendungen innerhalb von Filmen und Shows gefallen lassen müssen. Aber auch das verstehe ich. Wer die Materie kennt - Burning Leo kann das als Kommunikationswirtschaftler bestätigen - weiß, dass die werbetreibende Industrie sehr wohl weiß, dass wir Konsumenten nicht mehr so auf Werbung reagieren. Die Agenturen sind hier also sehr kreativ geworden und wissen, dass eine Einblendung während eines Filmes, oder etwa die 30-Sekunden-Ticker zwischen einer Nachrichtensendung oder vor einem Spielfilm - "in x Sekunden geht es los..." tatsächlich noch wirkt - gerade weil der Zuschauer verärgert darüber ist. Diese Einblendungen bringen mehr Kohle als andere Werbeblöcke.
Diese Einblendungen haben wir Zuschauer aber selber verschuldet. Gut, wir können nichts dafür, wenn wir schon automatisch bei Werbung im Kopf abschalten und nicht mehr reagieren, aber wir sollten nicht Zappen! Die GFK ermittelt dieses Zapp-Verhalten und sagt der Industrie: ein Werbeblock dreimal pro Spielfilm bringt gar nix. Also, das was noch OK währe an Werbung - beachtet man, dass man dafür kostenloses Privatfernsehen hat - eben die klassische Werbung, lehen wir aktiv ab. Da die Industrie wirksam werben will und die Sender damit Geld machen wollen, ist es klar, dass diese neuen aggressiven Werbeformen kommen.
An uns alle. Bring das Zappen Euch wirklich so viel? Es ist doch eh auf jedem Sender gerade Werbung! Macht es wie ich, geht auf die Toilette, holt was aus der Küche, ruft schnell einen Freund an... reagiert nicht auf die Werbung, aber laßt sie laufen, bis sie zu Ende ist. Wenn die Herrschaften, die in der GFK-Messung drin sind, das auch so machen, könnte die Industrie vielleicht wieder glauben, dass klassische Werbung was bringt. Naja, gut, die wissen aber auch vom Toilettengang in der Werbepause.
Das Zapping-Verhalten ist ja auch die Ursache, warum die Sender den Abspann gerne auslassen möchten. Zu groß die Angst, der Zuschauer sieht, was es auf dem anderen Sender gibt. Hier könnten die Juristen aber mal reagieren. Muss der Abspann nicht zwingend gesendet werden? Urheberrecht? Nennung der Urheber des Films. Wie wärs wenn mal ein paar Produzenten, Regisseure und Schauspieler klagen und vor Gerichten einklagen, dass Abspänne zur Nennung des Urhebers ungehindert (100% des Bildes) und vollständig gezeigt werden. Kombinieren wir das mal mit einer öffentlichen Diskussion und entsprechender Arbeit durch die verschiedenen Kontrollorgane der Öffentlich-Rechtlichen und vielleicht hätten wir hier mal eine Regelung oder ein Gesetzt, dass einfach allen Sendern eine vollständige Sendung des Abspanns auferlegt! Mir scheint hier mal eine Gelegenheit gegeben, das Fernsehen etwas zurecht zu biegen. Ich hab keine Lust nach einem Film wie z.B. Schindlers Liste gleich nach der letzten Einstellung nen billigen Werbeclip zu sehen!
Produzenten, Regisseure, Schauspieler, etc. rührt Euch und wehrt Euch!
Naja, Tropfen auf dem heißen Stein.

Was anderes: positives am Privatfernsehen. Auch billiger Mainstream kann Kult und Kultur haben. Akzeptabel und interessant finde ich Late-Night-Shows wie wir sie aus den USA bekommen. Nur hatten wir eigentlich nur einen wahren Late-Night-Talker, Harald Schmidt und der hat - meiner Meinung - das klassische Late-Night-Talk-Format aufgegeben. Ein intelligenter, kritischer und humorvoller Moderator, eine Band, ein Publikum, Studiogäste, Showacts, Tagesrückblick,... finde ich gut für den Feierabend! Inclusive Werbepausen, ist ok! Harald Schmidt war da sehr gut. Seinen neuen Sendeplatz in der ARD mag ich jedoch nicht mehr. Das Format ist jetzt weg, auch wenn seine Sprüche die alten und Hr. Andrack und die Französin noch da sind. Fr. Anke Engelke fand ich auch eine gewisse Bereicherung. Wie gesagt, es geht hier um ein Mainstream-Format ohne wirklich hohen Anspurch... aber noch höheren Anspruch, als Telefonterror, Sex-Gesperrt, BigBrother, Handy-Geklingel oder Stefan Raab.
An sich bringt eine solche Late-Night-Show auch ordentlich Werbeeinnahmen, warum also liebe Sender versucht Ihr es nicht weiter, eine Show mal wieder auf die Beine zu bringen. Es ist gerade die Aufgabe der Privaten, eine solche Show zu bieten. Die öffentlich rechtlichen haben ihre guten Politsendung, Diskussionsrunden oder Kerner-Beckmann-Talks. Nur Mut, liebe Sender! Versucht es doch mal wieder. Findet einen neuen Schmidt! Neue Talente, neue Chancen. So viel kostet das ja auch nicht!... insbesondere wenn RTL2 jetzt schon aus einem Container ein ganzes Dorf baut... grausam, wie hier Geld verwendet wird.

Wissens-Welle. Fand ich gut. Galliileo und Welt der Wunder waren etwas gutes. Zwar wurde hier auch Fast-Food-Wissen vermittelt, aber für Prviat-Sender gute Formate.
Hier werden doch sogar unsere Handy-verliebten Teenager und die ungebildete Masse angesprochen und mal positiv mit ein wenig Wissen angefüllt. Hallo, ein sinnvoller Trend. Nehmen wir uns für das SPAM Fernsehen daran ein Beispiel. Was ist mit Kunst und Kultur? Sollen wir es nur auf Arte verbannen? Apropos Arte. Das zeigt uns ja leider, dass man auch wenn man alles beim Sender richtig macht, trotzdem keine Zuschauer hat. Grausam aber wahr.
Also Kunst und Kultur für die Masse schmackhaft machen! Beim Wissen hat es geklappt. Gut, die Prognosen für Kunst und Kultur sind vergleichswese schlecht. Aber, liebe Sender, versucht es doch mal. Wie bei Gallileo hier aber nciht Wissen, sondern Kunst einfach und humorvoll präsentieren. Wer jetzt schreit: Du willst die Kunst verderben und dem privaten Misthaufen einverleiben... bei fast 0% Kunst und Kultur ist auch ein bisschen Fast-Food-Kunst eine Bereicherung. Vielleicht sprechen die Massen sogar an. Warum ihnen nicht mal von einem bekannten Schauspieler etwas über die Mona Lisa erzählen lassen. Jeder Hauptschüler kennt das Bild, versteht aber nicht, warum darum so ein Trubel gemacht wird. Gebt Schmidt eine 15min-Sendung und laßt ihn witzig über dieses Kunstbild philosophieren. Zumindest hört der Zuschauer so mal, wer der Künstler war, wann er das Bild gemalt hat, was andere von dem Bild hielten, etc... vielleicht wird ja das Interesse geschürt. Und so kann man doch ganz einfach was machen.
Wieder mal: Liebe Sender! Es gibt Möglichkeiten, es gibt Chancen. Habt Mut. Und wie eine Kollegin zuvor auch schon meinte: warum muss Low-Budget gleich Low-Quality sein?

Einflußnahme auf das deutsche Fernsehen. Nun, auf den letzten Medientagen wurde mit dem neuen, bald kommenden echten interaktiven Fernsehen geworben. Glauben wir mal bitte nicht, dass sich damit die Möglichkeit ergäbe, dass wir den TV-Machern unsere Meinung sagen können. Die einsamen Seelen in den Großstädten werden nur weiter auf der Suche nach Kontakt ihre beim Discounter so mühsam gespaarten Euros verplempern, für absolut nichts! Ja, die Zeiten sind schlecht, aber ich glaube, sie werden dank interaktivem Fernsehen noch schlechter werden!
Eine Trendwende könnte nur ein neuer Trend bewirken. Ein Trend in dem man nicht für Abo-TV zahlen will, aber auch nicht das bisherige Angebot im Unzulässiger Beitrag-TV akzeptieren will. Ein Trend, in dem man wieder bewußter "sehen" und dabei niveauvoller angesprochen werden möchte, egal, ob man Teenager, Rentner, Arbeitsloser oder der Angestellte ist, der am Abend müde vor dem TV einen ruhigen abend genießen will.
Ansonsten werden die Angestellten nur das TV boykottieren - was ich nicht glaube - oder das Geld für Pay-TV ohne Werbung und mit Spartensendern ausgeben. Der ungebildeten Masse da draußen würde das aber nicht gut tun, da sich dann zwangsweise das Unzulässiger Beitrag-TV weiter verschlechtern würde, die Oberflächlichkeit würde weiter zunehmen und damit u.a. Strömungen wie Depression, Verbrechen, Sozialneid, Ausländerhass, etc. zunehmen.

Soviel von mir. Beste Grüße an alle Kollegen. Und wer an richtiger Stelle sitzt: Wagt etwas, versucht das Bessere zu produzieren!
TLT
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TLT Productions
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E.Scale



Joined: 12 Feb 2005
Posts: 25
Location: Nordschweiz

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Posted: 07.04.2005 (Thu) 22:29 
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Hallo TV-Freunde,
vor vielen, vielen Jahren - es könnten 50 Jahre (?) her sein, las oder hörte ich, dass es ein Land gab (USA?), wo die Zuhörer/Zuschauer bestimmen konnten, an welche(n) Sender die obligatorischen Gebühren gutgeschrieben werden sollten. Man konnte so seine(n) Lieblingssender bevorzugen.

Mit der heutigen Elektronik wäre doch eine solche Zuschauer-"Verteilung" leicht durchführbar und hätte ganz sicher einen starken Qualitäts-Effekt! Es wäre nur eine Organisationsfrage für die Realisierung.
Herzlichst
E.Scale
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BurninLeo
Site Admin


Joined: 21 Sep 2004
Posts: 219
Location: München

Post Post subject:
Posted: 08.04.2005 (Fri) 08:59 
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Irgendwie fehlt mir jetzt die Verbindung zum Privatfernsehen. Sollen wir statt Werbung lieber Gebühren zahlen? Hat nicht gerade Premiere einen Börsengang mit diesem Modell geschafft?

Was den öffentlich-rechtlichen Runfunk angeht, wäre diese Idee wohl eher eine rechtliche Frage: Denn die öffentlich-rechtlichen Sender müssen bekanntlich ein vielfältiges Programm anbieten (Grundversorgung). Und mit diesem Totschlag-Argument kann wirklich alles gerechtfertigt werden.


Aber das wirkliche Problem - so ich es sehe - ist, dass wir (natürlich nicht wir, aber die Anderen alle) uns im Fernsehen jedes noch so schlechte Programm gefallen lassen.
- Denn zum einen haben wir ein Quasi-Monopal schlechter Inhalte - da fällt die Auswahl schwer.
- Und zum anderen dient das Fernsehen mehr der seichten Unterhaltung, denn je.

Question Ein klassisches Henne-Ei-Problem also? Oder ein Arragement zwischen geizigen Programmchefs und Zuschauern, die sich anspruchsvolles Programm wo anders holen?
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DhaWurm



Joined: 10 May 2005
Posts: 6
Location: CH-Zug

Post Post subject: interessierte zuschauer
Posted: 10.05.2005 (Tue) 20:32 
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nochmals zurück zu den anspruchsvollen zuschauer

wie oben erwähnt sind die anspruchsvollen zuschauer eher höher gebildete leute. ein kleiner fehler besteht jedoch in der aussage, dass jene gerade wenig zeit haben um ausgiebig fern zu sehe. ich selbs als gymnasiast habe gerade genug zeit zum ausgiebig fern zusehen und kann bestätigen, dass der grösste teil meines kollegenkreis ebenfals genügend zeit hat, jedoch wegen des schwachen fernsehprogramms lieber fersuchen selber home videos zu drehen, die sind dan meistens besser als manche fernseh show Cool vor allem dank den spetzialeffekts die uns der chemi lehrer gesagt hat Cool
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Pisa-Studierter
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Post Post subject:
Posted: 11.05.2005 (Wed) 17:09 
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Hallo DhaWurm! Deiner Rechtschreibung zufolge solltest du evtl. mal ein Buch in die Hand nehmen...!
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gast
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Post Post subject: unverständnis
Posted: 02.01.2007 (Tue) 11:24 
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also ich verstehe die diskussion nicht. es ist seit jahren bekannt, dass das privatfernsehen eine sehr flache programmstruktur hat. und ich kann wirklich nicht verstehen, warum das öffentlich rechtliche fernsehen derart schlecht gemacht wird.
es gibt arte, 3sat, phoenix, bralpha. auf diesen sendern läuft nur anspruchvolles....
die flaggschiffe wie ZDF und ARD versuchen mit den privaten mitzuhalten, was meiner meinung nach ok ist. aber nicht zu vergessen ist ja, dass arte und 3sat gemeinschaftssender von ZDF und ARD sind.

mfg
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DerEine
Guest





Post Post subject:
Posted: 17.10.2007 (Wed) 13:51 
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Wie wärs mit einfach Fernsehen ausmachen und sich eine ander Beschäftigung suchen? Ich schau zum Beispiel sehr sehr selten mal einen Film im Fernsehen, ansonsten gibts für anspruchsvolle Unterhaltung ja genügend Videotheken Smile

MfG
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Asti



Joined: 05 Nov 2007
Posts: 1
Location: Baden-Württemberg

Post Post subject:
Posted: 05.11.2007 (Mon) 14:55 
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Ich fühl' mich ja richtig schlecht, weil gerade der Fernseher im Hintergrund läuft. Laughing Immerhin ist es arte. Wink

Ich muss TLT Recht geben: Ich denke, wenn man die wirklich interessanten Themen, gerade auch Kunst und Kultur, ein wenig interessanter verpacken würde, könnte man damit auch mehr Zuschauer vor die Flimmerkiste locken.
Leider scheint den meisten Sendern hierfür das Interesse zu fehlen, was ich sehr bedauere. Während meiner kleinen Selbstfindungsphase im Moment, schaue ich wieder mehr Fernsehn und es nervt mich immer mehr, dass die meisten Sendungen absolut niveaulos sind.
Ich denke, man könnte durchaus etwas daran ändern, nur müssten die Sender ein wenig idealistischer und weniger gewinnorientiert an die Sache ran gehen.
_________________
Rebel without cause.
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